TRICK OR TREAT - Samhain I Helloween Teil 1

Bevor du für heuer beginnst, deinen Kürbis zu schnitzen: hast du dich jemals gefragt, was das Ganze eigentlich soll? Was ist der Hintergrund dazu und woher kommt das Feiern des Helloween ursprünglich?

Nein, es ist nicht nur wieder so ein aus Amerika rübergeschwapptes Geschäftsmodell.

Helloween - abgeleitet von „All-Hollows-Eve“ entspricht es unserem Allerheiligen -  schaut auf eine viel längere Geschichte zurück als das Brauchtum aus Amerika.

Diese Zeit wurde als Samhain schon bei den Kelten zelebriert. Es war ein wichtiges Erntefest der Kelten und das Fest der Toten. Im keltischen Jahreskreis wurde in diesen Tagen aber auch das keltische Neujahr gefeiert. Die Kelten teilten das Jahr in einen Jahrestag (das helle und sommerliche Halbjahr) und eine Jahresnacht (entspricht der dunklen und winterlichen Jahreshälfte). Der Übergang zwischen diesen beiden Jahreshälften wurde im Frühjahr zu Beltaine (um den 1. Mai) und eben im Herbst mit Samhain, wie Helloween bei den Kelten genannt wurde, gefeiert. Der Beginn der dunklen Jahreshälfte wird so ganz bewusst zelebriert.

Mich freut gerade, dass dieser Text auch tatsächlich in der Dunkelheit und im Schutz der Nacht entstehen darf. Somit hat die heutige Schlaflosigkeit ja wirklich einen guten Sinn…

Bleiben wir aber mit der Aufmerksamkeit in der Zeit, in der die Dunkelheit noch Mystik und Zauber innehatte. Für die Kelten beginnt alles Leben immer in der Dunkelheit: wie der Samen in der Dunkelheit des Erdboden zu keimen beginnt und wir Menschen uns in der Dunkelheit im Mutterbauch entwickeln, liegt auch der Beginn des Keltischen Jahreskreises in der Zeit der spürbar kürzer werdenden Tagee und der zunehmenden Dunkelheit.

Es gibt im Keltischen Jahreskreis einige hohe Feiertage, die sich nach dem Mondkalender errechnen lassen. An diesen Tagen ist der energetische Schleier zur Anderswelt durchlässiger. Besonders an Samhain ist die Verbindung und der Austausch mit den Verstorbenen und unseren Ahnen besonders gut möglich.

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Die Kelten verstanden die Zeit nicht als lineares Phänomen. Vielmehr wurde das Jahr zyklisch und in Spiralbewegungen aufbauend erlebt. So ist auch der Tod – anders als er im Christentum  verstanden wird – ein wichtiger Bestandteil des Lebens: angelehnt an die Rythmen der Natur baut sich alles Leben in dem ewigen Zyklus des Stirb - und - Werde auf. So wird auch die Dunkelheit als wichtiger und ergänzender Teil des Seins verstanden und stark ins Leben integriert. In der heutigen Zeit hat die Dunkelheit beginnend mit der Christianisierung ja leider jegliche Attraktivität verloren und will im Allgemeinen viel lieber durch Licht ersetzt werden…aber das ist eine andere Geschichte.

Für die Kelten war die „Anderswelt“ nicht so weit entfernt wie für uns. Samhain ist einer dieser Tag außerhalb von Raum und Zeit: Wie ein Riss im Gewebe der Zeit ermöglicht er den Lebenden Zugang ins Land der Toten. Die Kelten fürchteten sich vor den die Toten nicht – sie waren selbstverständlicher Bestandteil ihres Seins. An diesem Tag wurden sogar der Tisch für die Ahnen gedeckt. Aus diesem Brauch, den Verstorbenen Speisen zuzubereiten, entstand dann wohl auch das heute bekannte „Trick or Treat“ - Süsses oder Saures.

Auch heute gedenken wir zu Allerheiligen – so wurde dieses heidnische Fest im Christentum umgetauft – noch unserer Verstorbenen und unserer Ahnen. Wir bringen ihnen Geschenke und Licht an die Gräber. Vielleicht möchtest du das im heurigen Jahr einmal bewusster machen als die Jahre zuvor?

Verbinde dich an diesem keltischen Dankesfest bewusst mit deinen Ahnen: Nur durch ihr Sein und ihre Liebe bist du hier! Sei dankbar dafür, dass sie den Weg vor dir gegangen sind und für dich bereitet haben - auch, wenn du diese Menschen gar nicht gekannt hast.

  • Zünde eine Kerze an und bring so Licht ins Dunkel.

  • Gedenke deiner Ahnen, an die du dich erinnern kannst, die dir nahe stehen.

  • Vielleicht möchtest du ja auch eine kleine Gabe - vielleicht auch deinen selbst geschnitzten Kürbis - in die Natur oder auf ein Grab bringen

Wenn du achtsam bist, spürst du vielleicht auch in dieser besondern Zeit, dass dich deine Ahnen von der anderen Seite des Schleiers wohlwollend und schützend begleiten. Sie tun dies bedingungslos - ohne TRICK OR TREAT.

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