Zeit der Häutung- weil es ist, wie es ist.

Manchmal spürst du, es ist Zeit, Dinge anders zu machen. Nicht mehr so, wie bisher. Aber zugleich bist du ohne Plan, wie anders... 

Mir geht es gerade so. Wahrscheinlich bin ich damit nicht allein. Denn es ist wohl auch die Zeit für Veränderung. Radikal. Nicht aus Ablehnung des Altbekannten. Sondern einem inneren Ruf folgend. Aus dem inneren Sehnen, dass da etwas wartet, von dem du keine Ahnung hast, was es sein wird.

Ich fühle grad diese Häutung. Stelle vieles in Frage und bemerke zugleich, was sich überlebt hat. Was nicht mehr mit mir schwingt.

Denn die Zeit, in der wir leben, wandelt sich gerade radikal. Und mit ihr auch die Anforderungen und Herausforderungen. Es ändern sich die Fragen auf die wir neue Antworten brauchen. Und natürlich - auch ich hab mich verändert und gewandelt. Immer wieder. Und mit mir auch mein Tun. Und das, wofür ich mich einbringen möchte. Damit ich in Zeiten der Veränderung immer wieder Sinn finde - in meinem Tun und in meinem Sein. Und in diesen Wandelzeiten, die vor niemanden haltmachen werden, tun sich unweigerlich Fragen auf:

  • Wie sollen da alte Häute noch passen?

  • Alte Ideen noch nähren?

  • Überholte Modelle noch tragen?

Manchmal musst du dich häuten. Nicht ein bisschen nur. Sondern richtig. Dich nackt machen von allem, was nicht mehr passt. Dich befreien, auch wenn du nicht weisst, wofür.

Ich fühle es gerade als sehr intensiven Prozess. Mit Wehmut. Und auch Trauer. Mit Angst. Und sehr oft mit Zweifel, wenn ich zu sehr darüber nachdenke. Wemn ich der Stimme in meinem Kopf mehr Raum gebe als den leisen Worten, die aus meiner Seele sprechen. Ich kenne den Unterschied. Kenne beide Stimmen gut. Nicht immer ist es dieselbe Sprache, die sie sprechen. Sehr selten bis nie eigentlich...

Denn der Zweifler in meinem Kopf hat Angst. Vor Kontrollverlust. Vor dem Unbekannten. Und das Ego versucht sich ans Altbekannte zu klammern wie ein Ertrinkender an einen Strohhalm... 

Doch dann gibt es da auch die leise, zarte Stimme, die unter dem hysterischen Argumentieren des Verstandes flüstert. Die mich auf einer tieferen Ebene zieht. Sanft und vehement. Liebevoll und unmissverständlich. Sanft. Und leise... doch ihr Echo ist wie ein lauter Donner. 

Offenbar braucht es manchmal das reinigende Gewitter des Lebens. In dem du nackt den Elementen ausgeliefert bist. In dem du in deine Essenz reingeschliffen wirst. In dem alle alten Häute, Rollen, Masken, Identifikationen weggerissen werden - ob du willst oder nicht. Egal, wohin du blickst: ein klares Bild von dem, wohin du gehen sollst, ist nirgendwo. Also bleibt nur, dich ins Vertrauen reinzuentspannen. Denn es ist jetzt, wie es ist.

Dieses heilsame Mantra ist für mich ein starker Anker. So einfach und so wahr. ES IST WIE ES IST

Und diesen roten Faden folgend bleibt nur eins: Stehenbleiben im Feuer. Ohne einen Schritt zurück, denn das Alte brennt noch viel mehr. 

Und irgendwann werden wir durch sein. Und in der Asche unserer alten Häute unseren Phönix finden. Irgendwann. Vielleicht schon heute.

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